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Nacht der Kunst 2016 – Ein Blick zurück und ein großes Dankeschön!

Nach Monaten der Vorbereitung ist sie immer unglaublich schnell vorbei, kaum wacht man auf, ist sie auch schon wieder Vergangenheit – die Nacht der Kunst in der Georg-Schumann-Straße.
Was bleibt ist ein wundersames Gefühl aus Müdigkeit und Euphorie, was sich durch zahlreiche begeisterte Rückmeldungen, mündlich, per Mail und per facebook sowie sich anschließende Abendveranstaltungen bis in die darauffolgende Woche fortsetzt.

Was war da eigentlich los am 3. September in Leipzigs längster Straße?

  • Ausstellungen, Musik und Buchvorstellungen an über 50 Orten von circa 120 beteiligten KünstlerInnen
  • Leben auf der Straße: Über 7000 BesucherInnen flanieren durch die Georg-Schumann-Straße, lauschen Straßenmusikern, nehmen an den plötzlich zahlreichen Freisitzen Platz, wenn Sie nicht gerade in den Ausstellungsräumen verschwinden. Baustellen und Durchgangsverkehr – was hat das noch mit dieser Straße zu tun?
  • Austausch und Gespräche: Zwischen allen Beteiligten, ob KünstlerInnen, BesucherInnen oder GastgeberInnen – nie gab es soviele Freude bei den KünstlerInnen ob interessierter und kundiger BesucherInnen wie in diesem Jahr.
  • ein Auktionsraum mit über 1300 Gästen, was zur Folge hat, das von 40 Arbeiten, 18 versteigert werden – ein neuer Rekord!

Und was bleibt noch? Der Wunsch sich zu bedanken! Und zwar bei:

  • allen beteiligten KünstlerInnen, die trotz nicht immer einfacher Suche nach geeigneten Standorten tolle Ausstellungen auf die Beine gestellt haben und diese mit viel Gesprächsbereitschaft und Lust auf Austausch begleitet haben. Vor allem Christoph Hundhammer (Skulptur „Holofernes“), Diana Wesser (performativer Spaziergang „Rostiger Nagel – Stimmen der Georg-Schumann-Straße“) und Marek Brandt (Sound- und Videoinstallation „Riot boys“) für ihre eigens zur Nacht der Kunst entwickelten Arbeiten.
  • allen Unternehmen, Vereinen und AnwohnerInnen, die Standorte zur Verfügung gestellt haben, Platz für Kunst geschaffen haben, Gäste mit Speis und Trank sowie Musik versorgten – es ist toll zu beobachten, wie sich dieses Engagement über die Jahre entwickelt hat.
  • dem Förderverein Georg-Schumann-Straße e.V.,  der als Träger der Veranstaltung mit uns gemeinsam die finanziellen und bürokratischen Hürden nimmt.
  • den Hausverwaltungen und EigentümerInnen, die uns die Nutzung der leerstehenden Läden und Gebäude in der Georg-Schumann-Str. 130, 133, 139, 206, 228, 230, 248, 321 HH und des Glashauses am Viadukt ermöglicht haben,
  • allen HelferInnen im Hintergrund, die KünstlerInnen und Standorte dabei unterstützen, einen schönen Abend in und für die Georg-Schumann-Straße zu gestalten.
  • Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke, Falko Langer vom Förderverein der Georg-Schumann-Str. e.V. und Jian Guo Lu für eine gelungene Eröffnungsfeier.
  • den Sponsoren: Chinarestaurant Nin Hao, Allianz Agentur Falko Langer, Apotheke Möckern, Hörzentrum Gromke, Freie Wirtschaftsförderung Frank Basten, Bürogemeinschaft Gauly und Heck sowie der Fleischerei Knötzsch
  • den Förderern: dem Verfügungsfonds/ASW, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsens, dem Kulturamt der Stadt Leipzig und der LEIPZIG Stiftung
  • den Partnern:
    • Maike Steuer vom Café homeLE für die grandiose Idee und Umsetzung der Kinderrallye,
    • dem Magistralenmanagement für Rat und Tat sowie die Bereitschaft mal wieder als Umschlagplatz für Programmhefte und Co zu dienen.
    • Rahmen Benesch für das fleißige Einrahmen der Nacht der Kunst-Postkarten.
    • Weltprovinz und Illutwister für das feine Aussehen von Plakaten, Postkarten, Anzeigen und Programmheften.
    • der Leipziger Internet Zeitung und der Leipziger Zeitung für den regen Austausch bei der Öffentlichkeitsarbeit.
    • Nadja Grasselli von LMN – Liminale Räume für das Jugendtheaterprojekt „Die Straße. Geschichten von / mit / für / auf der Georg-Schumann-Straße.“
    • den Leipziger Verkehrsbetrieben für 800 Plakate in Bussen und Straßenbahnen sowie einen Beitrag zur NdK im Info-TV.

Habt vielen Dank, dass wir mit euch einen großartigen Abend in der Georg-Schumann-Straße erleben durften!

Das Organisationsteam der NdK 2016
Nadine Böttcher, Jens Franke, Maja Hetmank, Anke Laufer, Roland Löbel, Olaf Noffke, Simone Scharte und Alrun Tauché

Abschlussabend der 7. Nacht der Kunst in und vor der Georg-Schumann-Straße 130, Foto: Roland Löbel

Abschlussabend der 7. Nacht der Kunst in und vor der Georg-Schumann-Straße 130, Foto: Roland Löbel

Impressionen einer Nacht in der Georg-Schumann-Straße

53 Standorte, 120 Künstler, über 7000  Besucher und grandioses Spätsommerwetter- schöner kann ein Abend nicht sein. Viele Freisitze, Ausstellungen in Durchfahrten und Straßenmusik – sorgten für soviel Leben wie es die Georg-Schumann-Straße schon lange nicht mehr gesehen hat. Hier einige Eindrücke dieses wunderbaren Abends:

NdK 2016 – eine Skulptur für die Georg-Schumann-Str.

Warum man morgen in der Georg-Schumann-Straße vorbeischauen sollte, verraten diese Bilder aus Christoph Hundhammers Atelier im Blockstellwerk Elsteraue.
In den letzten Wochen entstand hier die Skulptur „Holofernes“, die ab dem 3. September für erstmal eine Woche auf der Freifläche Lützowstraße Ecke Georg-Schumann-Straße zu sehen ist.
Morgen ab 18 Uhr ist Christoph Hundhammer vor Ort und lädt zum Gespräch über seine Arbeit en.

Vielen Dank an Christoph für diesen fotografischen Einblick in den Entstehungsprozess der Skulptur.

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Freitagsfoto – von der Qualität des Aufenthalts…

Es ist mal wieder Samstag – höchste Zeit für das Freitagsfoto. Zwischen Standort- und Künstlerzusammenführung und Leerstandsjonglage mit 7-8 Bällen, jedes Jahr kommt ein Ball hinzu, hat sich das Freitagsfoto jetzt doch noch reindrängeln können…

Diesmal handelt es sich um ein nächtliches Suchbild. Es hat sich nämlich ein wenig von der berühmten „Aufenthaltsqualität“ eingeschlichen, die immer wieder vermisst wird. Wenn sich die Straße leert, gibt es plötzlich Menschen, die draußen sitzen wollen. Ein Freisitz kurz vor der Lindenthaler Straße an einer Straßenbahnhaltestelle. Wie konnte denn das passieren?

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Foto: Simone Scharte

Nacht der Kunst 2016 – Christoph Hundhammer im Gespräch

Christoph Hundhammer setzt eins von insgesamt drei Nacht der Kunst-Projekten um. Im Gespräch mit Alrun Tauché, die die Projekte kuratorisch begleitet, stellt er seine Pläne vor.

1. Warum nimmst du an der Nacht der Kunst teil?
Ich mag den Ursprungsgedanken dieser Veranstaltung „Alle Kunst auf die Straße für eine Nacht und alle zusammen“. So oder so ähnlich hat Herr Poznanski es vor ca 6 Jahren formuliert und gefragt, ob wir dabei sind. Wir, das waren ein Dutzend Leute, die auf die eine oder andere Art mit dem Heinrich-Budde-Haus verbunden waren.

2. Welche Assoziationen verbindest du mit dem Thema Gewalt und Straße und wie setzt du es künstlerisch um?
Die zunehmende Gewalt, die wir gegenwärtig auf unseren Straßen erleben, entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie ist ein Ausläufer der großen Verwerfungen in der Welt, des Kampfes von arm gegen reich, der Neuaufteilung von Machtgefügen.
Die Geschichte von Judith und Holofernes und ihre Interpretationen von Donatello, Caravaggio
bis zu Gustaf Klimt finde ich in diesen Zusammenhang spannend, da sie für unser Selbstverständnis von Gewalt, für die Gewalt in unserer Kultur und in unseren Köpfen Beispiele sind. Es sind die immer gleichen Fragen, die mich dabei umtreiben und die in dieser Geschichte aufscheinen: Wann ist Gewalt gerechtfertigt ? Wie wird sie gerechtfertigt ? Wie wird sie instrumentalisiert? Wann wird man schuldig ?

3. Welchen Charakter wird das Kunstwerk haben und welche Emotionen soll es hervorrufen? (Bilder, Objekte, Symbole, Mythologie?)
Ich will, daß das Werk etwas Starkes hat, etwas Erotisches – etwas, was man haben will. Er, Holofernes, ist ein schöner Mann, er hätte sie, Judith, glücklich machen können.
Doch er marschiert auf seinem verirrten Weg bis zum bitteren Ende. Was bleibt? Zerstörung, Bruchstücke, Fragmente, die Deutungen erzwingen, aber auch offen läst.

4. Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Auswahl des Materials und der zu verwirklichenden Idee? Wie ist der Entstehungsprozeß dieser Skulptur?
Eigentlich sehe ich das Werk als bemalte Bronzefigur nach einen Holzmodell. Dem Rahmen ist geschuldet, daß es eine Holzskulptur wird. Sie soll ja temporär aufgestellt werden und muß transportabel bleiben.
Was ich mir vorstellen kann, ist das Holz zu kalken. Dadurch entsteht an trockenen Tagen ein mamorhafter Eindruck, der sich ganz gut mit dem Gedanken des Fragments oder Splitters aus vergangenen Zeiten deckt.
Doch letztlich sieht man erst beim Arbeiten mit dem Material, wie die Dinge sich fügen und  sich entwickeln.

Christoph Hundhammer, dort wo viele seiner Skulpturen entstehen: Im Blockstellwerk Elsteraue, Foto: Alrun Tauché

Christoph Hundhammer, dort wo viele seiner Skulpturen entstehen: Im Blockstellwerk Elsteraue, Foto: Alrun Tauché